Die Fußabdruck-maschine

Konstruiert hatte ich die Maschine 1993 während meines Bildhauerstudiums in Turin. 
Sie zum Laufen zu bekommen war schwierig aber schließlich gelang es mithilfe von 2 Scheibenwischermotoren (vom Ford Taunus), 3 Transformatoren, 3 Relais, einem Zeitgeber, einem Fön und etlichen Schaltern.

Funktionsweise
Auf Fußdruck bewegt sich der Bronzefuß in Richtung Wasserbehältnis. Nach dem Eintauchen erfolgt eine Drehung und der Fuß hinterlässt einen Abdruck auf der gegenüber liegenden Sandsteinplatte. 
Ein Fön schaltet sich ein und trocknet den Abdruck.


Mögen die Versuche des Menschen lächerlich erscheinen, Spuren hinterlassen zu wollen, gerne in frischen Zement zu treten oder sein Fähnchen an den entlegensten Punkten, wie etwa dem Nordpol oder dem Mond zu hissen: der spielende Mensch, der homo ludens, kann sich erfreuen an dem absurden Werk der Fußabdruckmaschine und dieses Lachen über sich selbst hilf ihm, die eigene Endlichkeit zu ertragen.


Und am Ende ist die Maschine doch nicht so absurd, denn ließe man sie über Jahre hinweg kontinuierlich laufen, gäbe es einen Abrieb auf der Sandsteinpatte (was man gut bei alten Treppenstufen sieht). 
Der Mensch hinterlässt also doch Spuren, auch wenn sie für uns nicht gleich erkennbar sind. 

Fußabdruckmaschine mit mechanischem Bronzefuß und Sandsteinplatte

Idee und Umsetzung

Michael Spengler

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