Über denkwerk

Porträt von Michael Spengler

Michael Spengler

denkwerk ist Michael Spengler.
Der Steinmetz und Diplom-Bildhauer gründete das Atelier als Ort, an dem Handwerk, Kunst und Erinnerung miteinander in Dialog treten.

Nach seiner Ausbildung studierte Michael Spengler an der Kunstakademie in Turin, wo er eine klare, zugleich poetische Formensprache entwickelte.
Seine Arbeiten waren in Städten wie Turin, Meran, Husum, Kuala Lumpur und Berlin zu sehen.
Im Rahmen des Projekts „Lebenswege“ – entstanden während seines Stipendiums am Schleswig-Holsteinischen Künstlerhaus in Eckernförde – wurden 800 von Kinderfüßen geprägte Ziegel zu Klinkern gebrannt und ins Stadtpflaster eingefügt: stille Spuren gelebter Erinnerung.
Michael Spengler ist Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Berlin (BBK) und im Arbeitskreis Friedhof und Denkmal.

denkwerk vereint ein Bildhaueratelier und eine Restaurierungswerkstatt – ein Raum, in dem Form, Bedeutung und Vergänglichkeit zu einer neuen Einheit finden.

Michael Spengler im Gespräch mit Angehörigen in seiner Werkstatt über die Gestaltung eines Grabsteins

Michael Spengler im Gespräch in seiner Werkstatt

Werdegang von Michael Spengler

Michael Spengler ist Mitglied im BBK (Berufsverband bildender Künstler) und im AFD (Arbeitskreis Friedhof und Denkmal).

2024

„Drei Stühle für Malchin“

2024

„Der dürersche Polyeder“ in der Vorhalle der Mausoleums ‚Spiekermann‘ auf dem Sophienfriedhof II in Berlin-Mitte

2018

„Der Frosch“ oder „Wir werden aber alle verwandelt werden“ Skulptur aus Carrara Marmor, 800 Kg

2011

Projekt „Lebensschritte“ für die KITA „Kinderparadies“ des türkischen Bildungsvereins Tüdesb im Berliner Wedding, gefördert durch das Quartiersmanagement

2005

Beginn des Projektes „Ein Roggenfeld in der Großstadt“ und der Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin; ein Roggenfeld wächst im ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer an der Bernauer Straße

2003–2005

Stipendiat am Schleswig-Holsteinischen Künstlerhaus in Eckernförde und Realisierung des Projektes „Lebenswege“ 800 von Kinderfüßen bedru(ü)ckte Ziegelsteine werden zum Klinker gebrannt und in die Pflasterung der Stadt eingearbeitet; die Spuren beginnen am Rathaus und der Nicolaikirche und enden vor den Toren des Friedhofes

2003

Kunstprojekt „Lebenszeichen/ Grabzeichen“ für den ökumenischen Kirchentag in Berlin (Ausstellung im Museum für Sepulkralkultur in Kassel; Dokumentation in Form eines Kalenders)

2000

Gründung des Ateliers denkwerk

1998–1999

Aufenthalt in der Maramuresch am nördlichen Karpatenbogen in Rumänien, Hausmann und Arbeit als Kunst- und Musiklehrer an der Schule der „Zipser– Deutschen“ in Oberwischau

1995

Dreimonatiges Stipendium am europäischen Ausbildungszentrum für Restauratoren in Venedig

1995–2000

Mitgesellschafter der Gemeinschaft der Restauratoren „Der Steinhof“ in Berlin

Arbeiten für die Stiftung Neue Synagoge Berlin–Centrum Judaicum (Handwaschbecken, Bima, Rabbinerpult und Treppeninstallation im ehemaligen Hauptraum der Synagoge)

1990–1995

Steinrestaurator bei der Denkmalpflege Berlin GmbH, zuerst als freier Mitarbeiter, dann als Angestellter (u. A. Mitarbeit als Bildhauer bei Restaurierung des Brandenburger Tores)

1998–2000

„FIAT LUX“ eine fotografische Langzeitbeobachtung einer verfallenen Pigmentfabrik in Turin, Italien (Ausstellungen in Berlin und Halle)

1995–2003

Ideenstifter und Organisator des Tauschprojektes „Der Stand der Gezeiten“ mit 35 Künstlern aus 11 verschiedenen Ländern Wanderausstellung in Berlin, Husum, Itzehoe und Tönnig; Katalog

1992–1998

„Gehsteine“ eine Steinabdruckaktion auf den Gehwegen verschiedener europäischer Städte zur Veranschaulichung menschlichen Abriebes auf der Welt (Ausstellungen in Turin, Susa, Meran, Salzwedel, Berlin)

1992

Abschluß als Diplom Bildhauer

1988–1992

Studium an der Turiner Kunstakademie

1988

Dreimonatiges Stipendium als Junghandwerker in Italien

1987–1988

Zivildienst in Hamburg im Rahmen individueller Betreuung Schwerstbehinderter

1983–1986

Steinmetzlehre

05.03.1963

Geboren in Itzehoe


Arbeiten aus dem Bereich
Restaurierung

Innenansicht der Neue Synagoge Berlin mit Blick auf Thoraschrein und Bima nach der Restaurierung
Restauriertes rituelles Handwaschbecken im Vestibül der Männer der Neue Synagoge Berlin

Arbeiten mit jüdischem Kulturgut

im Grenzbereich zwischen Bildhauerei, Restaurierung und Ausstellungsgestaltung

denkwerke – individuelle Grabmale

Grabmal „Ein denkwerk für André Krüger“ als Holzkreuz aus Eiche in seiner Umgebung von Michael Spengler

Ein denkwerk für André Krüger

In seiner Jugend sympathisierte André mit den Ideen und Zielen der RAF. Studiert hatte er dann Psychologie. Oft warf ihn eine tiefe Traurigkeit nieder.

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Sandstein-Stuhl mit Inschrift „Leitschnur Eures Handelns sollte Lebensfreude sein“ – Grabmal Jürgen Linke

Ein denkwerk für Jürgen Linke

Jürgen Linke war ein sozial sehr engagierter Mensch. Als Pädagoge und Psychologe arbeitete er viel mit arbeitslosen Jugendlichen, bis er sich der „systemischen Familientherapie“ zuwandte. Er hielt Vorträge, gab Seminare und wurde von vielen wegen der passenden Bilder und Metaphern, die er dabei erfand, geschätzt.

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Kubus aus Eisen mit aufgeschweißtem Kreis und fragmentarischem Kreuz – Grabmal Jan van Dijk

Ein denkwerk für Jan van Dijk

Im Alter von 58 Jahren tauschte der in Rotterdam geborene Jan van Dijk seinen Anzug und Aktenkoffer gegen Pinsel und Palette ein. Er wollte sich fortan nur noch der Kunst widmen und „neue Ziele ohne Erfolgszwang“ anstreben.
Zielgerichtet und experimentierfreudig suchte er nach neuen künstlerischen Lösungen in der Malerei und in Objekten.

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Aufeinandergeschichtete Findlinge mit eingravierten Buchstaben und Zahlen – Grabmal für Ruven Ray

Ein denkwerk für Ruven Ray

Nach dem Tod des 6 Monate alten Ruven Ray geriet alles durcheinander: Das Leben mit all seiner scheinbaren Ordnung.

Das denkwerk für Ruven Ray nimmt Bezug auf diese Unordnung.
Sein Name und seine Lebensdaten sind auf 32 Findlingen verteilt. Jeweils ein Buchstabe oder eine Zahl steht auf jedem Stein. Das Symbol für seine Geburt ist eine aufgehende Sonne und das seines Todes die untergehende.

Die Steine sind zu einem scheinbar wirren Haufen aufeinander geschichtet.
Sie bedecken Ruven Rays Grab, wie einst die Steine auf den Gräbern unserer jagenden Vorfahren die Toten davor geschützt haben, von wilden Tieren ausgegraben zu werden.

Eines Tages vielleicht, wenn die Wunde, die durch Ruven Rays Tod aufgerissen wurde, verheilt ist, werden die Steine dem Sinn ihrer Buchstaben und Zahlen nach geordnet werden können.

Und nur die Narben werden bleiben…

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Grabstelle mit Bodenrelief aus vielen Steinen und spiralförmiger Gestaltung – Denkwerk Stefan Lühle

Ein denkwerk für Stefan Lühle

Eigentlich hätte Stefan Lühle gerne Musikwissenschaft studiert. Er spielte selber klassische Gitarre, liebte die Oper und vor allem Wagner.
Gearbeitet hatte er dann als Rechtsanwalt für Bau- und Vergaberecht. Seine Doktorarbeit schrieb er über das bundesdeutsche Umweltrecht.
Insbesondere die „großen Fälle“ gefielen ihm. Es machte ihm Freude, sich in komplizierte Sachverhalte hineinzudenken.

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Grabmal aus Eichenbalken in Form einer Rune mit Metalleinfassung – Denkwerk Christina Heyne

Ein denkwerk für Christina Heyne

Christina Heyne war ein musikalischer und sehr kommunikativer Mensch.
Sie spielte Geige und sang im Chor.

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