Ein denkwerk für Elli

Elisa Schneider-Marx war Goldschmiedin und diplomierte Schmuckdesignerin. Im Privaten aber auch in Ihrer Arbeit waren ihr Berührungen wichtig. 
Ein von ihr gestalteter Ring ging über zwei Finger einer Hand und nahm an der oberen Innenseite mit Silikon die genaue Form der Finger ab und schmiegte sich so an die Haut der Trägerin.
„Touch“ nannte sie diesen besonderen Ring.
Vielleicht lag es an der schweren Krankheit, die sie so lange begleitet hatte?: Sie konnte sich auf das „Hier“ und „Jetzt“ konzentrieren und den Moment genießen. Irgendwie konnte sie alles möglich machen. „Na klar!“, das war ihr Lebensmotto und auch die beiden Worte, die ihr Ehemann als Tätowierung trägt.
Zusammen mit ihm machte sie trotz aller Widrigkeiten noch viele Reisen in ihrem kleinen VW-Polo mit Dachzelt.
Sie wollte noch möglichst viele Erfahrungen auf dieser Welt sammeln und dabei mindestens einen Menschen mitnehmen.
„Man ist erst erwachsen, wenn man einen Menschen mehr liebt, als sich selbst“ hatte sie gesagt…

Das denkwerk für Elli ist aus einem Kalkstein gearbeitet. Ihr Ehemann und ihre kleine Nichte haben den Stein von hinten umarmt. Die Abdrücke ihrer Hände und Arme wurden in unterschiedlichen Höhen in den Stein vertieft eingearbeitet und poliert. 
Kleine und große Menschen können es ihnen gleichtun, ihre Hände und Arme in die Vertiefungen legen und den Stein von hinten umarmen.
„Na klar“ steht auf der Rückseite des Steins.

Detail eines Grabsteins mit eingraviertem Schriftzug „Mut stellt sich die Wege kürzer vor“
Grabstein aus Kalkstein mit eingearbeiteten Abdrücken von Händen und Armen
Frau umarmt einen Grabstein und legt ihre Hände in eingearbeitete Vertiefungen
Mann umarmt Grabstein mit Handabdrücken, umgeben von einer Gruppe Menschen

Idee und Ausführung

denkwerk in Zusammenarbeit mit dem Ehemann

Maße

145 x 40 x 25 cm

Material

Jura Kalkstein und Blattgold 

Aufgestellt

im September 2025 auf dem Georgen Parochial II Friedhof in Berlin

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