Ein denkwerk für Friederike Zobel

Friederike war Modedesignerin und ein sehr kreativer Mensch. Schon sehr früh hatte sie angefangen, sich ihre Kleidungsstücke selber zu nähen. Ihrer Meinung nach wäre die Welt bunter und schöner, wenn alle ihre Kleider selber machten. Für ihre Arbeit als Modedesignerin hatte sie sich viel mit der „japanischen Wickeltechnik“ beschäftigt.
Sie war wach und ruhig zugleich. Auf ihre Mitmenschen wirkte sie mitunter kalt. Sie war eben keine Optimistin. Hinter ihrem Vorhang war sie sehr weich und verletzlich.
In ihrer Aura lag etwas königliches. Es war nicht einfach, Teil ihres „Hofstaates“ zu werden. Sie brauchte nicht viele Menschen aber die, die sie mochte, hat sie reich beschenkt.
Ihr Vater hatte ein Segelboot gehabt und sie liebte das Meer und vor allem den Wind, wenn er durch ihre Haare und ihre Kleider fuhr.

Sie liebte schöne Keramiken, hatte zahlreiche Töpferkurse besucht und auch eine Betongießtechnik erlernt. Die japanische Art, mit zerbrochener Keramik umzugehen, faszinierte sie. In der „Kintsugi-Technk“ werden kaputte Gegenstände so geklebt, dass die Bruchlinien sichtbar bleiben und sogar mit Gold hervorgehoben werden. Sie machen es dadurch schöner und bedeutungsvoller als zuvor, die Reparatur macht den Schaden zum wertvollen Teil der Geschichte des Objekts.

Das denkwerk für Friederike besteht aus einem Jura-Kalkstein, der leicht schräg vertikal gespalten wurde. Beide Hälften sind wieder miteinander verbunden worden, wobei der Riss in Anlehnung an die „Kintsugi-Technik“ vergoldet wurde. Zwei trichterförmige, unterschiedlich große Durchbrüche gehen durch den Stein und sind fein geschliffen.
Durch sie kann der Wind hindurch auf die andere Seite wehen…

Jura-Kalkstein mit vergoldetem Riss und zwei trichterförmigen Öffnungen – Grabmal Friederike Zobel
Aufgestellter Grabstein aus Kalkstein mit vergoldetem Riss in natürlicher Umgebung

Idee und Ausführung

denkwerk in Zusammenarbeit mit der Ehefrau

Maße

90 x 40 x 25 cm

Material

Jura Kalkstein und Blattgold

Aufgestellt

im April 2024 auf Friedhof in Miersdorf bei Zeuthen

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