Von seinem Wesen her war Ercan Komödiant. Er hatte das Talent, sich mit seinem Körper ausdrücken zu können ohne Sprache dafür zu benötigen.
Das half ihm bei seiner Arbeit als Schauspieler und Filmemacher.
Er konnte zu seinen Mitmenschen innerhalb von kurzer Zeit eine Nähe aufbauen, weshalb es vielen schwer fiel, ihn zu siezen.
In der Türkei geboren und in Deutschland als Gastarbeiterkind aufgewachsen fühlte er sich oft zwischen den Welten.
Als 30jähriger Mann hatte er ein tiefes, spirituellen Erlebnis. Seitdem konnte er Menschen lesen und sie mit ihrem Wesenskern rückverbinden.
Eine Nahtoderfahrung, die er als Kind hatte und der Verlust seines Sohnes, der unter der Geburt gestorben war, haben ihn tief geprägt.
Neben seiner Arbeit als Regisseur und Filmproduzent beschäftigte er sich in seinen letzten Lebensjahren mit Geomantie, einer Erfahrungswissenschaft.
Als Mensch war er eher schüchtern. Mit seiner Frau vermochte er es, 17 Jahre in einer 1 Zimmer Wohnung zu leben.
Seine Frau fühlt sich – ebenso wie viele Menschen, die ihm nahe standen – auch nach seinem Tod noch sehr mit ihm verbunden.
Das denkwerk für Ercan nimmt Bezug auf sein Wesen, sein komödiantisches Talent, seine Transzendenz, seine Verwurzelung in verschiedenen Welten und die Verbundenheit, die über seinen Tod hinaus für viele spürbar ist.
Der Stein steht schief. Er ist um 7 Grad nach rechts geneigt. Die Schrift auf der Ansichtsseite aber ist gerade. Hier steht nicht sein Name, sondern ein Satz, den er hätte sagen können und der alle anspricht, die sein Grab besuchen: „SCHÖN, DASS DU DA BIST“.
Sein Geburtsdatum sein Name, sein Geburtsname und sein Todesdatum stehen an den Seitenflächen des Steins. Auf der Rückseite steht sein Künstlername.
An den Ecken sind die gebrochenen Kanten abgerundet, fein geschliffen und laden ein, berührt zu werden.
Idee und Ausführung
denkwerk, Michael Spengler in Zusammenarbeit mit seiner Frau
Maße
140 cm x 45 cm x 17 cm
Material
Jura-Kalkstein/bruchrau, partiell fein geschliffen und Blattgold
Aufgestellt
im November 2025 auf dem alten Luisenstädtischen Friedhof an der Bergmannstrasse in Berlin Kreuzberg