Als kleiner Junge wurde Günter Liebau von seinen Eltern von Königsberg nach Leipzig auf eine Musikschule geschickt. Er sang im Thomanerchor.
Später studierte er Cello und wurde Berufsmusiker.
Er musizierte lange Zeit im Schweizer Radioorchester und später dann an der Deutschen Oper in Berlin.
Er war ein introvertierter Mensch, freundlich, friedliebend und sanft.
Nur ungern beschäftigte er sich mit weltlichen Problemen, was mitunter fast autistische Züge annehmen konnte, etwa, als seine Mutter für den damals immerhin schon 56 jährigen die junge Pianistin fragen musste, ob diese ihn heiraten wolle.
Irgendwie schien Günter Liebau nicht ganz von dieser Welt. Das galt auch für sein Verhältnis zum christlichen Glauben. Der war weniger intellektuelldurchdrungen sondern er hatte es vermocht, sich seinen reinen, kindlichen Glauben zu bewahren.
Das denkwerk für Günter Liebau nimmt Bezug auf sein Wesen und sein Leben als Musiker.
Es besteht aus einem flach liegenden Block aus Sandstein. Die Oberfläche trägt noch die Spuren des Meeres von einst und ist sanft gewölbt.
Der Stein ruht fest auf dem Boden.
Ein goldenes Band zieht sich um den Stein und dreht sich spiralförmig, wie der verzierte Hals seines Cellos, von vorne nach hinten durch den Stein.
Der Durchbruch leuchtet rein und klar…
Idee und Ausführung
denkwerk, Michael Spengler in Zusammenarbeit mit seiner Ehefrau
Maße
60 x 35 x 45 cm
Material
Velpker Sandstein
Aufgestellt
im November 2007 auf dem Domfriedhof in Berlin-Mitte