Grabstein aus rotem Sandstein – Denkwerk für Ursula Schwarzer von Michael Spengler

Ein denkwerk für Ursula Schwarzer

Das denkwerk für Ursula Schwarzer entstand 2003 im Rahmen des ökumenischen Kirchentages. Auf dem Gelände der Kapelle der Versöhnung in unmittelbarer Nähe von hier schufen 11 Bildhauer für 11 sich noch bester Gesundheit erfreuender Menschen ein Lebenszeichen, die in ihren Wohnungen oder Gärten Aufstellung finden sollten. 
Nach ihrem Tod würden diese Lebenszeichen zu Grabzeichen werden.
„Vom Wohnzimmer auf den Friedhof“ titelte damals die Presse.
 
Da Frau Schwarzer in einer Wohnung im dritten Stock wohnt und der Stein mehr als dreihundert Kilo wiegt befindet er sich mit ihrer Zustimmung bis auf weiters hier.
 
Die Geschichte des denkwerkes für Frau Schwarzer:
 
Ursula Schwarzer wurde in Niedersachsen in einfachen Verhältnissen geboren.   
Nach einigen Jahren als ungelernte Kraft im Büro holte sie erst ihre Lehre, dann die Fachhochschulreife nach. 
Sie studierte Betriebswirtschaft und Psychologie. 
Während Ursula Schwarzer für die örtliche Tageszeitung schrieb, kam sie in Kontakt mit Frauenfragen. 
Über das, was eine Frau in der Arbeitswelt erleben kann, verfasste sie ein Buch und wandte sich dem gesprochenen Wort als Rundfunkreporterin zu.
Für das Wort, sei es das geschriebene oder das gesprochene, ist sie sehr sensibel. Das gilt auch für ihr jüngstes Projekt: Als „Biographischer Coach“ unterstützt sie Führungskräfte und Freiberufler an Wendepunkten ihres Lebens bzw. Berufslebens.
 
Das denkwerk für Ursula Schwarzer wurde aus einem roten Sandstein gefertigt. Dieser „Rotweser- Sandstein“, ein metarmorphes Gestein, hätte einiges zu berichten. Ursprünglich aus einem Eruptivgestein hervorgegangen (Granit etc.), wurde es auf seinem langen Weg vom Berg den Fluß herunter zerkleinert und zermahlen, bis es irgendwann unter immensen Druck geriet und erneut “verbacken“ wurde.
 
„Stirb und werde“, dies könnte das Motto dieses Steines sein. 
Bestimmt aber ist es die Zeile im „Westöstlichen Divan“ von Goethe, die Ursula  Schwarzer am meisten beeindruckt hat und am besten auf ihren Lebensweg zutrifft.
 
So mahlt denn auch der Mühlstein das Korn, das eigentlich eine Pflanze hätte werden wollen, fein zu Staub, auf das es etwas völlig anderes werde, ein Brot, was Leben erhält und dem Menschen Kraft gibt.
 
Das Lebensmotto von Ursula Schwarzer ist auf der Mahlfläche des Steines verewigt.
Nach ihrem Tod wird ihr Name dort eingemeißelt, wo das Mehl zermahlen am Stein heruntergerieselt ist: „Stirb und werde!“

Idee und Ausführung

denkwerk in Zusammenarbeit mit Ursula Schwarzer

Material

Rotweser-Sandstein

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