Ein denkwerk für Konrad Ferdinand Leutner

Konrad war ein sehr extrovertierter, kleiner Junge. Er liebte den Krach und Matsch. Aber auch sortieren mochte er, einräumen und fegen.

Die Sprache war nicht sein erstes Ausdrucksmittel, sondern die Handlung selbst.

Am besten verstand ihn seine ältere Schwester, die bei Streitigkeiten mit den Eltern auch vermitteln konnte.

Nach einer schweren Operation machte die Familie Urlaub am Meer. Hier liebte er die Wellen, die Sonne und die Muscheln.

Als er dann noch nicht einmal dreijährig starb, fiel die Familie in eine Leere, in der Zeit und Raum aufgehoben schienen.
Das denkwerk für Konrad nimmt Bezug auf die Unfassbarkeit seines Todes, die keine irdische Gerechtigkeit kennt.

Grundlage ist ein Abguss des so genannten „Rippelmarkenmusters“, was sich am Strand ergibt, wenn das Meer sich bei Ebbe zurückzieht. Jedes Muster ist mit seinen bestimmten Wellenknicken einmalig und unwiederbringlich. Jeder Knick hat seine Ursache, die zu Rekapitulieren für den Wissenschaftler unmöglich ist. Das Prinzip „Chaos“ wirkt bei seiner Entstehung mit.
Der Abguss des Rippelmarkenmusters wurde auf einen Sandstein übertragen.
Konrads Fußspuren wandeln auf diesem Muster auf eine Abbruchkante hin und werden immer flacher. Seine letzte Fußspur ist ein vergoldeter Umriss.
Zwei grob gearbeitet Holstühle stehen nicht weit von der Sandsteinplatte entfernt.
Hier kann die Familie ruhen und mit den Händen anfassen, was für den Geist nicht fassbar ist…

Goldener Fußabdruck auf Rippelmarkenmuster – Denkwerk für Konrad Ferdinand Leutner
Grabstein aus Sandstein mit Rippelmarkenmuster und Holzstühlen – Denkwerk für Konrad Ferdinand Leutner

Idee und Ausführung

denkwerk in Zusammenarbeit mit den Eltern

Material

Schlesischer Sandstein, Blattgold und Ahornholz 

Aufgestellt

im April 2009 auf dem Sophienfriedhof in Berlin-Mitte

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