Ein denkwerk für Maria und Karl Isenbügel

Ein Rahmen, etwa ein Bilderrahmen, lenkt den Blick des Betrachters auf einen Ausschnitt vom Großen, Ganzen, eines Lebensmomentes innerhalb eines endlosen Zeitstrahles.

Innerhalb eines kleinen Rahmens, gemessen am Weltgeschehen, bewegen wir uns während unseres irdischen Aufenthaltes.

Erst nach unserem Tod durchschreiten wir ihn völlig und treten über in eine andere Dimension, von der wir nichts Genaues oder rational Faßbares wissen.
Das denkwerk für Maria und Karl Isenbügel besteht aus einem dicken Rahmen aus Eichenholzbalken, die aus einem einzigen Stamm gespalten wurden. Die Oberflächen wurden mit der Axt gebeilt und die Verbindungen verzapft.

Die Dimensionierung der Balken ist dem Fachwerkbau der Häuser entlehnt, die heute auch noch in Fischerhude zu finden sind, dem Ort, wo die Verstorbenen ihre letzte Ruhe fanden.
Innerhalb des Rahmens hängen zwei vergoldete Steigbügel und bewegen sich im Wind.

Sie bilden einen Bezug zum Nachnamen:
Eine kleine Ortschaft bei Solingen, in der im 12. Jahrhundert zum ersten Mal Steigbügel hergestellt worden sind, heißt heute noch „Isenbügel“
(=Steigbügel) und erinnert an das Bestreben der Verstorbenen, im Leben aus eigener Kraft höher und weiter zu gelangen, sowie vor vielen Jahrhunderten der schwere, unbeholfene Ritter nur Dank des Steigbügels allein auf das Pferd kommen konnte…

Denkwerk für Maria und Karl Isenbügel aus Eichenholz mit Angehörigen und Bildhauer
Eichenholzrahmen als Grabmal von links – Denkwerk für Maria und Karl Isenbügel
Holzrahmen-Grabmal von rechts – Denkwerk für Maria und Karl Isenbügel
Vergoldete Steigbügel im Holzrahmen – Detail des Denkwerks für Maria und Karl Isenbügel

Idee

denkwerk, in Zusammenarbeit mit der Tochter

Ausführung

denkwerk in Zusammenarbeit mit Janika Millan (Zimmerin)

Maße

Maße 140 x 140 cm, Balkenstärke 20 x 20 cm

Material

Eichenholz, Steigbügel aus Eisen, V4A Draht, Vergoldet mit Doppeldukatenblattgold

Aufgestellt

im November 2009 auf dem Friedhof in Fischerhude bei Bremen

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